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Raumansicht 115-teilige Zeichnug, a 50 x 70 cm Acrylmarker auf Bristolkarton

Raumansicht
115-teilige Zeichnug, 2014
a 50 cm x 70 cm
Acrylmarker auf Bristolkarton, Hartfaserplatten,

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Text: Heike Maier-Rieper

Topografien jeglicher Art, seien es wuchtige Gebirgszüge oder weite Hügel, können durch Höhenlinien grafisch sichtbar gemacht werden. Dabei verbinden die Isohypsen Punkte gleicher Höhe zu einer Linie. Die so angelegte mehrschichtige Darstellung besteht aus einer sich aus dem Maßstab heraus entwickelnden Anzahl an Linien, die zueinander denselben Abstand haben.

Wie diese Kartografien folgen auch die Arbeiten von Sabina Hörtner einer konsequenten Systematik. Der Bezug auf konkrete architektonische oder geografische Räume ist dabei ein wesentlicher Faktor. So gibt die Rasterung auf Sabina Hörtners Zeichensystem als ordnendes Element, ähnlich wie die davon formal völlig unterschiedlichen kartografischen Höhenlinien, eine Struktur vor.

Über die lesbare Geoinformation hinausgehend, eröffnet der künstlerische Zugang weitere Zusammenhänge. Aus der Gesamtheit einer Installation heraus gilt es, Teil für Teil für sich zu entschlüsseln und zu entdecken.

Der Ausgangspunkt für dereineteildesganzen ist eine Linie zwischen Landschaft und Himmel, die die Künstlerin vom Hartberger Kirchturm aus festgehalten hat: kein schroffes Bergmassiv, sondern die sanft bewegte Kontur des steirischen Hügellandes. Die „Vermessung“ durch die Künstlerin findet durch eine, ihre, individuelle Höhenlinie, der Übertragung des Horizonts auf Papier, statt.

Als eine Art von „Bruchlinie“ neu formiert, zeigt sie sich auf den 115 handgezeichneten Blättern der Rauminstallation. Das strenge orthogonale Rastersystem der einzelnen Blätter wird in mehreren Gruppen aneinandergereiht und durch Zwischenblätter aufgelockert. Gemeinsam mit den starken farblichen Veränderungen wird rhythmisch in eine neue Syntax übergeführt.

So entsteht eine mehrdimensionale Wahrnehmung des Raums, die weniger ein Abbild, sondern das Erfassen eines Moments ist.

Wie durch ein Objektiv gesehen, erfährt die unmittelbare Umgebung eine optische Veränderung, und, je nach Standort, ein Zoom-in oder Zoom-out. Die aktive Rolle der Betrachterinnen und Betrachter lässt ihre Raumerfahrung dabei wie verschiedene Brennweiten, wie ein Spiel von Nähe und Ferne, funktionieren. Diese Erlebbarkeit des Raums wird durch die Materialität und die konkrete Ausführung durch die Künstlerin zusätzlich intensiviert.

Sabina Hörtner verwendet in all ihren Arbeiten handelsübliche Materialien, wie z. B. genormte Papiersorten und -formate, Stifte in gängiger Farbpalette. Hier werden Acrylmarker, bekannt von Graffiti-Tags der Street Art, eingesetzt. In ihrer starken Pigmentierung ähneln die Linien, bedingt auch durch leichte Unregelmäßigkeiten des Auftrags, dicken Pinselstrichen. Die zeichnerische Komponente des Rastersystems wird so von einer zarten malerischen Geste unterwandert, Haptik, Takt und Dynamik eingebracht.

Ja, Sabina Hörtner arbeitet mit Linien. Aber der Raum, den sie entstehen lässt, ist eine herausfordernde Symbiose aus viel mehr Elementen: aus Farbe, aus Licht, aus Form, aus Rhythmus. Aber vor allem aktiviert dieser konkrete wie abstrakte Raum die menschliche Fähigkeit zur Wahrnehmung. Und bietet im komplexen Zusammenhang der Ganzheit auch die Möglichkeit zur individuellen Verortung.

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Raumansicht I

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Raumansicht II

[...] Zentrales Thema der Einzelpräsentation Sabina Hörtners in der galerie kunsthaus muerz ist die Auseinandersetzung mit Raum und dessen Licht.

Jeder Ort definiert sich durch eine ganz spezielle Lichtsituation. Licht, das ein bestimmtes, konkretes, räumliches Gefüge verändern und neu definieren kann. Licht als Sujet, welches durch Öffnungen in Räume tritt und sich temporär als neue Ebene in einer unverwechselbaren Form auf eine vorhandene Struktur legt.
Bewegte Licht-Schatten-Ebenen, die dem Betrachter auch mit geschlossenen Augen kurz sichtbar bleiben.

Damit steht das Fenster als Sujet im direkten Zusammenhang, das Fenster als Grenze zwischen Innen und Außen, doch auch als Öffnung in der Architektur. Die hier in den Räumen der galerie kunsthaus muerz vorhandenen unterschiedlichen Fenstergrößen und die, der Entstehungszeit entsprechenden divergierenden, vor die Fensteröffnungen gelegten Gitterformen werden für die Künstlerin zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung in 50 50 [...]

Aus: Sabina Hörtner 50 50 galerie kunsthaus muerz / Ursula Horvath / 2011

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[...] Ein weiteres Spezifikum ihrer künstlerischen Praxis ist die raumspezifische Herangehensweise. Stets reagiert sie auf den speziellen Ausstellungsraum, so wie auch in der eigens für die Ausstellung “Streng geometrisch” in situ angefertigten, wandfüllenden Installation “1904 m.”. […]
aus: Subjektiv geometrisch / Norbert Pfaffenbichler / 2011 (Katalogtext)

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1904 m. / 2011
6 Papierbahnen à 470 x 105 cm.
Gesamtgröße: 470 x 630 cm
Edding Matker auf Papier
Foto: Ferdinand Neumüller

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Die Installation nimmt Bezug auf die Raumstruktur sowie die geschichtlichen Zusammenhänge der Galerie.
In der Gesindeküche des ehemaligen Hammerhauses sind 4 Ventilatoren mit züngelnden Plastikbändern positioniert, am Boden dampft Nebel aus einer Nebelmaschine.
Im dunklen Vorratsraum sieht man die Videoprojektion ‘Und es lebt doch’, ein sich windender Schlauch als lebende Materie in einem Kubus aus Licht.
Die Installation ‘Twins’, zwei spiegelverkehrte, wandgroße Filzstiftzeichnungen, schließt oder öffnet als Fenster die Ausstellung auf der einen Seite.
Auf der anderen Seite überblickt die übergroße Fotoarbeit ‘Braune Augen’ die Situation, beim näheren Betrachten sieht man einen roten Lichtpunkt, der eines der Augen heilt oder zerstört.

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Und es lebt doch / 2002
Beamer/Projektion

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Twin 01 / 2002
Edding Permanent Marker auf Briston Karton
200 x 390cm, 24-teilig à 50 x 65cm
Foto: Daniel Hafner

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Twin 02 / 2002
Edding Permanent Marker auf Briston Karton
200 x 390cm, 24-teilig à 50 x 65cm
Foto: Daniel Hafner

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O.T. / 2001
Edding Permanent Marker auf Bristol Karton
Gesamtgröße 450 x 975 cm
135-teilig à 50 x 65 cm

Im Stiegenhaus der Neuen Galerie zeigt Sabina Hörtner ein wandfüllendes Tableau, das sich aus Filzstiftzeichnungen in einer konsequenten Aneinanderreihung von Linien in Primärfarben zusammensetzt. Diese Filzstiftarbeiten erinnern an Computergrafiken, die einerseits einen provokativen und ironischen Umgang mit dem Computer aufzeigen und andererseits durch ihre monumentale Flächigkeit perzeptuale Prozesse indizieren. Durch die präzise Aufeinanderfolge bzw. Stapelung von Linien entsteht eine Irritation für den Betrachter, der gezwungen ist zwischen räumlichen und flächigem Sehen zu differenzieren und sich deshalb mit seinen Wahrnehmungsvorgängen auseinandersetzen muss.
(Dr. Christa Steinle)

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O.T. / 1998
Edding permanent Marker auf Bristol Karton
250 x 520 cm, 40-teilig à 50 x 65 cm

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O.T. / 1998
Edding permanent Marker auf Bristol Karton
150 x 260 cm, 12-teilig à 50 x 65 cm