Ein geladener, zweistufiger künstlerischer und landschaftsgestalterischer Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zur Neugestaltung des historisch besetzten Platzes Turnergasse/Dingelstedtgasse.
Die ehemals dort existente Synagoge wurde in der Reichskristallnacht zerstört.
Zusammenarbeit mit: Büro DI Anna Detzlhofer
Ausloberin: KÖR
Das Projekt kam als eines von 2 Projekten in die letzte Runde.

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Synagoge Turnergasse / 2010
rendering: Dank an Florian Frey, stuidobaff

Dieser Entwurf thematisiert das Fehlen, arbeitet mit großen Dimensionen – bei einem großen Thema auf kleinen Raum – und zeigt in die Höhe.

Die Eckpfeiler der Platzgestaltung sind:
eine 22 Meter hohe, die Umgebung überragende, konische Stahlrohrstange plus Aufsatz (‚Laterne’) mit integrierter Lichtquelle
Die Höhe der weißen Stange aus Metall entspricht der Höhe der nunmehr fehlenden Synagoge.
An der Spitze des konisch verlaufenden, lackierten Stahlrohres (D unten 45cm) ist eine Nachbildung der ‚Laterne mit Spitz’ aus Edelstahl mit integrierter Lichtquelle, die auf die achteckige Kuppel des Turnertempels gesetzt waren, angebracht.
Die Stange ragt aus einem 8-eckigen Feld, gefüllt mit Kieselsteinen (30mm), welches im Durchmesser von 5 Metern dem Durchmesser der 8-eckigen Kuppel des ehemaligen Turnertempels entspricht. Die Position des Feldes entspricht der Position der einstigen Kuppel. Kieselsteine als jüdisches Symbol für das Nicht-Vergessen Verstorbener, deren Andenken und die Ewigkeit.

mehrere, die Rasenfläche durchkreuzende / sich kreuzende Holzwege mit Sitzmöglichkeiten
Die Neudefinierung und Strukturierung des Platzes wird AUF die vorhandene Substanz gesetzt:
Die verbleibenden Grünflächen werden von in X-Form, nicht parallel verlaufenden, Holzstegen durchkreuzt bzw. überlagert und mit niedrigem, krautigem Bewuchs bepflanzt.

eine weiße Mauer zum benachbarten Wiener Wohnen Bau mit integriertem Licht und Schriftzug -Definition und Beleuchtung des Platzes.
An der das Grundstück zum Wohnbau abgrenzenden weißen Mauer befindet sich ein einfacher Schriftzug: SYNAGOGE TURNERGASSE. Die Buchstaben ziehen sich über die ganze Mauer und sind zu ca. ¾ sichtbar, das untere Drittel ‚steckt’ im Boden. In der Mauer befindet sich ein integriertes Lichtband.
Der geschriebene Hinweis auf die Synagoge gibt das Fehlen dieses speziellen Bauwerks preis und definiert somit den Platz.

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Synagoge Turnergasse / 2010
rendering: Dank an Florian Frey, stuidobaff

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Modell/Grundriss

Text: Synagoge Turnergasse / Sabina Hörtner / 2010