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Sabina Hörtner

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Eine wesentliche Fragestellung in der künstlerischen Arbeit von Sabina Hörtner ist ihre Auseinandersetzung mit Raum. Mit dem realen, architektonisch definierten, vorgefundenen Ausstellungsraum und vor allem aber dem Raum als soziales Gefüge, dem menschlichen Umraum. Ihr besonderes Interesse gilt den Räumen, die durch Anwesenheit, durch Handlungen und sich verändernde Beziehungen der Anwesenden untereinander und zum Raum entstehen.

Zentrales Thema der Einzelpräsentation Sabina Hörtners in der galerie kunsthaus muerz ist nun die Auseinandersetzung mit Raum und dessen Licht. (mehr …)

[…] Ein weiteres Spezifikum ihrer künstlerischen Praxis ist die raumspezifische Herangehensweise. Stets reagiert sie auf den speziellen Ausstellungsraum, so wie auch in der eigens für die Ausstellung „Streng geometrisch“ in situ angefertigten, wandfüllenden Installation „1904 m.“. […]
aus: Subjektiv geometrisch / Norbert Pfaffenbichler / 2011 (Katalogtext)

1904m

1904 m. / 2011
6 Papierbahnen à 470 x 105 cm.
Gesamtgröße: 470 x 630 cm
Edding Matker auf Papier
Foto: Ferdinand Neumüller

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Sabina Hörtners Medium ist die Zeichnung. Auch wenn manche ihrer Werke Computergrafiken ähneln – und wohl auch bewusst auf deren Ästhetik referieren – ist das herausragende Merkmal ihrer Arbeitsweise die “ Handarbeit“. In einem geradezu meditativen Akt überträgt die Künstlerin in einem mühevollen Geduldsakt jede einzelne Linie per Hand auf das Blatt. Sie überlagert die metrischen Linienfolgen mehrfach, so dass mittels der vielfachen Schichtungen regelmäßige Raster entstehen.

Hörtner benutzt für ihre Zeichnungen handelsübliche Edding-Stifte in den genormten Farbtönen. Die einzigen Unregelmäßigkeiten in ihren rhythmischen Bildkompositionen entstehen durch die Abnutzung der Stifte und der damit verbundenen zunehmenden Aufhellung des Strichs. (mehr …)

Ein geladener, zweistufiger künstlerischer und landschaftsgestalterischer Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zur Neugestaltung des historisch besetzten Platzes Turnergasse/Dingelstedtgasse.
Die ehemals dort existente Synagoge wurde in der Reichskristallnacht zerstört.
Zusammenarbeit mit: Büro DI Anna Detzlhofer
Ausloberin: KÖR
Das Projekt kam als eines von 2 Projekten in die letzte Runde.

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Synagoge Turnergasse / 2010
rendering: Dank an Florian Frey, stuidobaff

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Überlegungen waren:
Eine unverwechselbare, nur für diesen Ort mit den speziellen historischen Zusammenhängen geltende, klare Gestaltung zu schaffen. Klar in der Formensprache und klar im Inhalt.
Die Intervention soll auch die Größe und das Gewicht des Themas an sich spürbar machen und aus einer räumlichen Distanz wahrnehmbar sein.

Dieses Konzept ist das Resultat einer Auseinandersetzung mit Verlust bzw. die Verdeutlichung von fehlender Materie an diesem speziellen Ort der ehemaligen Synagoge Turnergasse.
All die Verbrechen und Verluste, die das unsagbar brutale System des Nationalsozialismus zu verantworten hat, sind nicht zu fassen und schwer in Form zu bringen.
Die Nachhaltigkeit dieser Zeit und Bedeutung für uns alle muss aber gegenwärtig bleiben und verlangt klare Positionen und Statements.

Was hier fehlt, fehlt überall.

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Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Sabina Hörtner steht die Untersuchung von Räumen in all ihren Dimensionen. Die Künstlerin bezieht sich auf die konkrete räumliche Struktur ebenso wie auf soziale, politische, historische Definitionen. Es geht um den Raum als komplexes kulturelles Gefüge, aber auch um individuelle, persönliche Verhältnisse. Die künstlerische Intervention setzt an der Schnittstelle der divergenten verräumlichten Diskurse an und definiert zugleich den Raum neu.
Ausgangspunkt der Installation, die mit den Bezugspunkten von Licht, Farbe und Raum agiert, sind die unterschiedlichen Bilder, die durch die Reflexionen des einfallenden Tageslichtes auf den Wänden des Raumes entstehen. Die flüchtigen, sinnlichen Bilder des subtilen Lichtspiels sind in einer Sequenz von sechs Handzeichnungen festgehalten, die Zeit- und Raumkomponente, die vierte und dritte Dimension, am zweidimensionalen Blatt konzentriert. Diese Illusionen sind Teil des räumlichen Konzeptes einer begehbaren, architektonischen Raumbühne, die die Werke sowie die Betrachtenden emporhebt, räumlich und wertend, sodass sie ihrem Pendant, der barocken, sakralen Scheinmalerei, auf Augenhöhe begegnen und, wie im Theatrum mundi, Teil des Geschehens werden. Die Künstlerin setzt dem barocken Kirchenraum und der illusionären Malerei eine zeitgemäße, profane, konkrete Konstruktion entgegen, die in Relation zu den Konnotationen des Raumes steht, sich auf seine Form- und Farbgebung bezieht und die, in ihrer reduzierten Strenge und symmetrischen Ordnung, einen deutlichen Gegenpol zur Barockmalerei und ihrem visionären Inhalt darstellt und diese formal und inhaltlich dechiffriert und konterkariert.

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BEI UNS AUCH. PRI NAS TUDI / 2010
Postkarte, 10 x 15cm

Es ist meine Arbeitsmethode, künstlerische Interventionen auf räumliche, aber auch inhaltliche und sozial definierte oder politische Strukturen zu beziehen und darauf einzugehen.
Eine eingenommene Haltung steht hier als Ausgangspunkt und Schnittstelle zwischen den Disziplinen in diesem Kommunikationsraum BEI UNS – die Auslöser dieser Haltung sind Spiegelneurone:

Die Fähigkeit, die Perspektive, also Körperhaltung, anderer Leute einnehmen zu können und ihre Intentionen zu erraten scheint eng mit der Fähigkeit verbunden zu sein, anderer Personen Gefühle zu verstehen. Mit den Spiegelzellen scheint der Schlüssel für das Verständnis von Empathie, also sich in die Lage eines anderen Menschen versetzen zu können und mit ihm mitzufühlen, der Sprache und darüber hinaus für die Kultur gefunden worden zu sein. (mehr …)

In der Ausstellungsreihe ‚ohne Gnade‘, kuratiert von Erwin Posarnig, werden 325 Schneekugeln von 65 KünstlerInnen gezeigt.
Der Titel bezieht sich auf einen Ausspruch des Kulturpolitikers Kurt Flecker: Das System sondert aus, beinhart, ohne Gnade.

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glowglowglow / 2009
Kabelbinder, PVC-Schnur, PVC Sturz, transparent, auf weissem Sockel (Schneekugel‘)

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Arbeitsgerüste gehören zu jedem Stadtbild. Besonders in einer Stadt wie Peking, wo eine besonders rege Bautätigkeit unübersehbar ist. Sie dienen in den allermeisten Fällen allein dem Zweck, Stellen eines Bauwerkes zugänglich zu machen, die ohne ein Standgerüst mit mehreren Stockwerken nicht zu erreichen wären.
Baugerüste sind mobile Systeme, sind Mittel zum Zweck.
Ich benutze ein solches mobiles System am Gelände des Chaoyang District, 798 Art Zone in Bejing, parasitär für eine temporäre Installation.

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0905CN / 2009
Aluminium Gerüst, Baustellennetze

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OBG19 / 2008
3M Scal-50 Folie auf Gerüst
Fotos: Croce & Wir

34590_05_hoertner_otto_bauer_strEs wird die eigentliche Funktion der Gerüstetagen – sich an der Fassade entlang zu bewegen – durch die Intervention konterkariert.
Die Arbeit verändert sich im Laufe der Zeit durch das tägliche Agieren der darauf arbeitenden Personen.

Die Installation war ab 10.07.08 bis April 2009 in der Otto-Bauer-Gasse 19 in 1060 Wien zu sehen.

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96X0-8°HOR.VERT / 2007-08
96 Blechtafeln à 274mm x 400mm pulverbeschichtet, 3M Folie, Kugelgelenke, Wandfarbe
Fotos: Croce & Wir

AugenklinikGraz3webDas Konzept wurde 2007 für den Ambulanzbereich des Augenklinikums am Landeskrankenhaus Graz entwickelt und im Jänner 2008 umgesetzt.

Es handelt sich bei der Installation um ein Modulsystem aus schwenkbaren, in knappem Abstand von der Wand montierten Metalltafeln, die zueinander in einem genauen, geometrischen Raster stehen.

Die hinter den Tafeln liegende, gefärbte Wand wird durch die Fugen zwischen den Elementen linear sichtbar. Das dadurch entstehende Liniensystem wird zum wesentlichen Gestaltungselement.
Ein weiteres Liniensystem ist auf die aussen verlaufenden Tafeln kaschiert.

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Bei diesem Konzept handelt es sich um eine in der Form einfache, kubische Gestaltung aus Glas und Holz, bedruckt mit einem 8-farbigen vertikalen und hoizontalen Liniensystem. Die Auswahl der Farben orientiert sich an der symbolischen Zuordnung gewisser Farben an bestimmte Perioden im liturgischen Jahr.
Der Altar wie der Ambo nehmen in der Materialität Bezug zu der Leichtigkeit und Transparenz der Glasenster. Weiters in den Entwurf integriert sind Ministantenbank, Kredenztisch und Sessio, deren farbige Pölster ebenfalls den liturgischen Perioden entsprechend auswechselbar sind.

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Altar, Ambo, Sessio, Ministrantenbank / 2006
in 2 Schichten Sicherheitsglas verpresste, bedruckte Folie, Nussholz
Foto: Croce & Wir

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Altar, Ambo, Sessio, Ministrantenbank, Kredenztisch / 2006
in 2 Schichten Sicherheitsglas verpresste, bedruckte Folie, Nussholz
Foto: Croce & Wir

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Die Wurzeln der Erhardkirche in der Breitenau reichen weit in mittelalterliche Zeit zurück. Wahrscheinlich zunächst in romanischer Gestalt auf einem Felsvorsprung über einer Heilquelle errichtet, wurde sie in der Gotik ausgebaut und in der Barockzeit nach neuerlichen Erweiterungen mit einer prächtigen Einrichtung versehen.
Mit sparsamen Mitteln hat die in Bruck an der Mur geborene Künstlerin Sabina Hörtner in einer sensiblen, in Jahrhunderten gewachsenen organischen Raumsituation ein neues liturgisches Zentrum nach den Erfordernissen der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils geschaffen.
Die Künstlerin, die schon wiederholt durch ihre reduziert-einfachen, aber wohldurchdachten und deswegen nie simplen Rauminterventionen in internationalen Kontexten auf sich aufmerksam machen konnte, war spontan fasziniert von der Leuchtkraft der gotischen Glasmalereien im Presbyterium der Kirche. So filterte sie aus dem Überschwang der Formen, dem prachtvollen Miteinander eines gotischen Raumes mit barocker Einrichtung und mittelalterlichen Glasfenstern, behutsam zwei Elemente heraus: Farbe und Licht. (mehr …)